Vor einigen Wochen wurde in diesem Blog über eine Studie vom amerikanischen Anbieter für VoIP-Testing-Tools Brix Networks berichtet. Laut Brix sei bereits bei jedem fünften VoIP-Gespräch die Qualität minderwertig - Tendenz steigend.
Laut einer Studie des kanadischen Anbieters von Test-Equipment und -Services Minacom weist inzwischen nur noch jeder fünfzigste VoIP-Anruf eine unakzeptable Qualität auf. Das berichtet die Computerwoche Online. Dieses Untersuchungsergebnis von Minacom steht im klaren Gegensatz zu entsprechenden Resultaten, die Brix Networks.
Schuld an den verschiedenen Ergebnissen könnten laut Computerwoche die unterschiedlichen Untersuchungsmethoden sein: Bei den knapp eine Million VoIP-Verbindungen, die Brix über die Website Testyourvoip.com testete, handelte es sich um PC-to-PC-Dienste, wie sie Skype, Google oder Yahoo anbieten. Hier würden zahlreiche Faktoren die Qualität der VoIP-Verbindungen beeinträchtigten, darunter Firewall-Einstellungen, Rechenleistung, Antivirensoftware, hohe Datenkomprimierung oder die mit Spielen, Downloads und E-Mails geteilte Bandbreite. Minacon überprüfte dagegen die Qualität von VoIP-Verbindungen, die Netzdienstleister auf Basis von Carrier-Grade-Equipment bereitstellen. Die übertragenen Sprachdaten würden dabei weniger stark komprimiert und besitzen Priorität gegenüber regulärem Internet-Traffic.
Minacom tätigte in den vergangenen zwölf Monaten über seine Testplattform "Powerprobe 6000" über 14.000 Anrufe nach Westeuropa und Nordamerika - über klassische Festnetz-, Managed-Breitband- und VoIP-Kabel-Verbindungen. Hierbei fanden die Kanadier heraus, dass VoIP qualitativ sogar herkömmlichen Telefonaten überlegen ist. 85 Prozent aller IP-basierenden Anrufe wurden besser bewertet als die traditionell getätigten. Auf einer aufsteigenden Wertungsskala von eins bis fünf erreichte VoIP zudem eine Durchschnittsnote von 4,2 - Telefonie dagegen nur einen Wert von 3,9. Außerdem sei VoIP der klassischen Telefonie auch beim Aufbau einer Verbindung überlegen.